Motto: Nachreifung bei günstigen Whiskys
Diesmal haben wir uns Alzey in einem Whisky-Keller getroffen. Okay wir haben das Tasting dann doch wegen der Kühle im Keller oberhalb des Kellers verbracht. Dank an Mario für die Organisation. Wie wenn das nicht genug wäre haben wir dann auch noch noch unsere Mitgliederversammlung durchgeführt. Die Stimmung war sehr gut und ausgelassen. Denoch haben wir gut Tastingnotes produziert.
Ebenfalls haben wir unser 10 jähriges Jubiläm gefeiert.
Sechs Einsteiger-Whiskys im Fokus der Runde
An diesem Abend widmeten wir uns einer spannenden Auswahl von sechs Whiskys, die vor allem durch ihre besonderen Fass-Finishes (Cabernet, Port, Oloroso, Rioja) auffielen. Mit einer einheitlichen Stärke von 40% Alc. versprachen die Abfüllungen von Glen Moray, Tamnavulin und Loch Lomond einen zugänglichen Abend. Hier sind die konsolidierten Eindrücke unserer Verkostung:
1. Glen Moray Cabernet Cask Finish (Speyside, 40%)
Ein sehr „neutraler“ Vertreter. In der Nase zeigten sich grüner Apfel, Pfirsich und etwas Vanille. Am Gaumen eher flach und mild mit einer leichten Weinnote und etwas Zimt. Im Abgang kurz und trocken. Ein unauffälliger Alltagswhisky.
Bewertung: 60% (Median) | Schulnote: 3,0
2. Glen Moray Port Cask Finish (Speyside, 40%)
In der Nase süß-säuerlich mit Noten von Erdbeermarmelade und Birne. Geschmacklich recht cremig und weich, wobei die Fruchtnoten sanft bleiben. Der Abgang ist eher kurz und leicht bitter. Insgesamt ein angenehmer, wenn auch etwas „nichtssagender“ Dram.
Bewertung: 55% (Median) | Schulnote: 3,2
3. Tamnavulin French Cabernet Sauvignon (Speyside, 40%)
Ein würziger Vertreter mit Mandeln und nussigen Aromen in der Nase. Am Gaumen überraschend süß, aber auch mit einer deutlichen alkoholischen Schärfe und Noten von dunkler Schokolade. Der Abgang ist trocken und kurz. Mit etwas Wasser wird er deutlich harmonischer.
Bewertung: 55% (Median) | Schulnote: 3,3
4. Tamnavulin Port Cask Edition (Speyside, 40%)
Das Highlight der Tamnavulin-Runde. Intensive Beerennoten (Erdbeere, Himbeere) und schwarzer Tee im Nosing. Ölig und süß im Geschmack, gepaart mit dunkler Schokolade und viel Würze. Ein fruchtiger und runder Abgang rundet das Bild ab. Wasser ist hier nicht zu empfehlen.
Bewertung: 69% (Median) | Schulnote: 2,7
5. Loch Lomond Oloroso Sherry Cask (Highland, 40%)
Ein komplexes Bouquet aus Honig, Trockenfrüchten und Lakritz. Geschmacklich zeigt er sich würzig und holzig mit Nuancen von Banane und einer leichten Salzigkeit. Im Abgang mittellang und trocken-bitter. Ein solider Highland-Vertreter, bei dem Wasser die Süße hebt.
Bewertung: 65% (Median) | Schulnote: 3,3
6. Loch Lomond Peated Rioja Cask (Highland, 40%)
Für die Freunde des Rauchs: In der Nase Lagerfeuerrauch, Zitrone und etwas Minze. Am Gaumen ein Wechselspiel aus süßem Rauch, Speck und medizinischen Noten. Der Abgang ist rauchig und anhaltend. Ein idealer Whisky für Einsteiger in die Welt des Rauches.
Bewertung: 67% (Median) | Schulnote: 3,2
Fazit des Abends
Das März-Tasting bot eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt der Fass-Finishes im Einsteiger-Segment. Es zeigte sich deutlich, dass Nachreifungen in Wein- und Portweinfässern auch bei moderaten Alkoholstärken von 40% komplexe Fruchtprofile erzeugen können.
Als klarer Tagessieger kristallisierte sich die Tamnavulin Port Cask Edition heraus, die mit ihrer öligen Textur und den intensiven Beerennoten die beste Balance der Runde bot. Während die Vertreter von Glen Moray eher als unkomplizierte, solide Alltagsbegleiter punkteten, sorgte der Loch Lomond Peated Rioja Cask für den charakterstarken Abschluss und bewies, dass Rauch und Wein-Süße hervorragend harmonieren können.
Insgesamt ein lehrreicher Abend, der bewies, dass man für unterhaltsame und geschmacklich vielfältige Dram-Erlebnisse nicht immer tief in die Tasche greifen muss. Ich freue mich schon auf das nächste Tasting unter dem Motto "Günstig aber gut?"
Slàinte mhath
Euer Whisky Werner